Konstruktion
1. Methode
Das Bauen eines Bootes auf einem Montagegestell, mit der Unterwasserseite nach oben, ist eine alte traditonelle Methode. Sie wird in allen Büchern über Holzboote, insbesondere im Handbuch von Steward´s "Boat Building manual" exakt beschrieben.
Mit dieser Methode lassen sich gerade Boote mit der "stitch and glue" oder Kompositbauweise einfach errichten. Die Anforderungen im Vergleich zur konventionellen Holzbootbauweise sind dabei komplett unterschiedlich.
Es ist daher besonders wichtig, die Unterschiede zu verstehen, bevor man überhaupt mit dem Bau des Bootes beginnt.
Bei einem konventionellen Holzboot definiert das Montagegestell exakt die Form des Bootes. Dabei müssen die Formen und ihr Abstand genau eingerichtet und positioniert werden. Gerade bei einem hölzernem Boot wird die Größe der Planken oder die Abwicklung der Außenseite einer Verkleidungen nie auf den Plänen dargestellt oder errechnet. Im Vergleich dazu gibt bei der "stitch and glue" Bauweise die äussere Beplankung (verkleidung) die Form des Bootes vor. Das Montagegestell ist dabei eine sogenannte Spannvorrichtung und somit ein einfaches Hilfsmittel, jedoch nicht der Hauptbestandteil. Es wird benötigt, um das Herstellen des Bootes zu erleichtern.
Gerade für größere Boote wird ein Montagegestell benutzen, weil das Auflegen von großen und langen Platten ansonsten als sehr schwierig darstellen würde.
2. Montagegestell
Das benötigte Montagegestell braucht dabei nicht so genau und exakt wie eines für die konventionelle Holzboote zu sein. Es ist nur wichtig, dass es tadellos waagerecht ausgerichtet ist. Der Rahmen und Tragbalken sind ein wesentlicher Teil des Montagegestells, wobei es ähnlich einem Puzzlespiel zusammengebaut wird. Es ist nahezu unmöglich dies falsch zusammen zu bauen. Versatzfehler werden sofort erkannt und können leicht behoben werden. Es gibt keine Notwendigkeit die Mittellinie in irgend einer Form zu definieren.
Der Rahmen sollte nach dem Zusammenbau in etwa so aussehen:

Anschliessend werden die Knaggen oder Beine zur Befestigung der Querspanten montiert. Der Abstand ist im Plan genau angegeben.

Auf diese Knaggen werden im Anschluss die Querspanten befestigt. Verwendet dazu vorab Zwingen. Später sollten diese aber durch Schrauben ersetzt werden..


Dabei wird zunächst ein Längsspante in die Kerbe der Querspanten eingelgt. Die Höhe der beiden Kerben in den Spanten ist unterschiedlich. Sie bilden aber zusammen einen "Schnitt". Es sollte so sein, dass die Teile ein maximales Spiel von ca. 3 Millimeter haben. Auf den Plänen sind die genauen Maße der Kerben/Schlitze angegeben. Das Spiel sollte sich somit aus der Schnittbreite des Sägeblattes ergeben.
Wenn die Steckverbindung zu fest sein solltet, ist die Breite der Kerbe entsprechend zu vergrößern, bis sich ein Spielraum von ca. 3 Millimetern ergibt. Dabei bedeuten 3 Millimeter das Gesamtspiel, was sich aus jeweils 1.5 Millimeter auf jeder Seite zusammenstellt.

Die Positionshöhe der Querspanten messen wir an der Linie des späteren Fussbodens. Daher ist es wichtig, dass bereits beim Anreissen der Querspanten die Unterkante des Fussbodens angezeichnet wird. So kannst du direkt vom Montagegerüst vertikal die Höhe einmessen.
Um die anderen Querspanten und Längsspanten anzubringen, empfehle ich folgende Reihenfolge:
- Zuerst montiere die Querspante in der Mitte,
- dann den Spiegel mit dem dazugehörigen Tragbalken.
- Anschliessenen passe die anderen Querspanten dazwischen ein.
Auf dem Montagegerüst wird der Spiegel gleich schräg angebracht. Die Pläne zeigen diesen Winkel. Die Längsspanten sind im Heckbereich ebenfalls schräg angeschnitten, wodurch du die Schräge des Spiegles nochmals kontrollieren kannst.
Sobald du alle Quer- und Längsspanten eingebaut und fixiert hast, musst du die Symmetrie kontrollieren. Dabei prüfe zuerst die einzelnen Höhen vom Rahmen des Montagegerüstes. Anschliessend überprüfe die Diagonalen. Dabei sollten die Abweichungen der Abstände weniger als 3 Millimeter sein.
Die Bogenform wird dann automatisch durch die Verkleidung der Beplankung gebildet. Bevor du jedoch mit der Beplankung beginnst, vergewissere dich, dass es keine Höcker oder Absätze gibt. Achte dabei insbesondere auf die Stossbereiche der Längs- und Querspanten. Wenn du dabei Unebenheiten feststellen solltest, überprüfe, ob sich diese durch Zwängung ausrichten lassen. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, musst du die Kerben nachschneiden, andernfalls wirst du bei der Aufbringung der Beplankung Probleme bekommen.
3. Beplankung
Die Beplankung selbst ist eine einfache Sache.
Zuerst beginne mit der Beplankung des Rumpfes respektive Unterwasser. Dabei übertrage die Pläne auf die Sperrholzplatten. Damit du die entsprechende Länge erhälst, musst du die Platten stossen und mit Epoxid verkleben. Anschlissend kannst du die Platten zuschneiden. Verwende dazu am besten eine Handkreissäge.
Wenn du beide Teile fertig zugeschnitten hast, kannst du sie gleich auf das Montagegerüst legen. Anschlissend richte beide Teile (links und rechts) am Heck (Spiegel) sauber aus. Ggf. kannst du auch einen Heftnagel setzen, dieser muss aber spätestens beim Epoxieren wieder raus. Danach kannst du in der Mitte, also am Kiel beginnen in beide Platten 6 mm Löcher im Abstand von ca. 20 - 25 cm zu bohren. Den gebogenen Bugbereich lasse dabei einmal vorab aus. Sobald du die Löcher gebohrt hast, kannst du beide Platten mit einfachen Kabelbinder zusammenheften. Ziehe diese aber nicht zu fest an, sondern lasse einen kleinen Spielraum in der Grösse eines Bleistiftes. Wenn du die Platten richtig zugeschnitten hast, dürfen sie seitlich bei den Querspanten nicht vorstehen, andernfalls ist dir ein Fehler unterlaufen.
Wenn die Platten exakt passen, kannst du auch im Bugbereich die Löcher bohren, Dabei solltest du aber die Abstände auf ca. 5 - 8 cm reduzieren, ansonsten könnte es sein, dass die Kabelbinder ausreissen.
Sobald das Unterwasser fertig aufgelegt und eingerichtet ist, kannst du mit der seitlichen Verkleidung beginnen. Es wäre dabei aber hilfreich, wenn dich ein Freund oder Freundin dabei unterstützt. Auch hier fixierst du die Panele mittels Kabelbinder an das Unterwasser. Du wirst sehen, dass in kurzer Zeit bereist die Form ersichtlich ist.
Sollten sich die seitlichen Teile von den Querspanten wegbiegen, so verwende bitte keine Schrauben, sondern fixiere sie entweder mit kleinen Drahtstiften, oder wickle einfache eine Schnur um das Montagegerüst.
Nachdem nun der Rumpf weitgehend auf dem Montagegerüst ausgerichtet ist, kannst du mit der Verklebung der einzelnen Teile beginnen. Dabei kommt das Punktschweissen zur Anwendung. D.h. zwischen den Kabelbindern einfach schmale Tapes anbringen. Beachte dabei, dass sich hierbei wirklich nur um eine punkthafte Verbindung handelt.
Erst wenn du alle Teile miteinander geheftet hast, darst du die Kabelbinder aufschneiden und entfernen. Nun kannst du die Stösse mit Glasfaserbänder in voller Länge verkleben. Entferne aber zuvor alle Schrauben und Nägel (Drahtstifte). Später kannst du dann mit den grossen Glasfasermatten die Aussenseite der Flächen belegen und epoxieren.
In weiterer Folge können dann die Spritzschürzen und andere Aufbauten montiert werden. Anschliessend beginne mit dem Spachteln und Schleifen.
4. Wenden/Umdrehen
Bevor du jedoch mit dem Lackieren beginnst, empfehle ich dir das Boot zu wenden. Dabei kommen mehrere Methoden in Frage. Die Effektivste ist jedoch jene, bei der du eine kleine Gruppe an Nachbarn oder Freunden zusammentrommelst. Dabei brauchst du dieses Manöver nicht zu fürchten.
Fixiere dabei die Querspanten mit kleinen Nägeln mit dem Rumpf. Du kansnt auch eine kleine Verklebung mit Epoxidharz durchführen. Wichtig ist nur, dass die Querspanten sich nicht verschieben oder beim Wenden gar rausfallen können. Jene kleinen Epoxidharzflecken, die bei der Verklebung entstehen, können später leicht entfernt werden.
Nun musst du den Rumpf mit Blöcken stützen und die Beine/Knaggen vom Rahmen trennen. Lege dann Kanthölzer quer zum Bootsanhänger, der parallel zum Boot steht. Den Rumpf kannst du dann über die Kanthölzer quer auf den Anhänger rollen. Zur Absicherung kannst du entsprechende Stützen vorbereiten, die du beim Umsetzen verwendest. Du wirst sehen, dass dieses Rollen sehr einfach funktioniert. Wichtig ist dabei, dass mindestens 5 - 7 Freunde dich dabei unterstützen. Fixiere auch zuvor, wer das Kommando hat.
5. Innenseite
Nachdem der Rumpf nun gewendet ist, kannst du mit dem Ausbau der Quer- und Längsspanten beginnen. Das Boot muss komplett leer geräumt sein, bevor du mit der inneren Auskleidung beginnen kannst. Zuvor musst du aber alle Stösse mit Epoxidharz ausrunden. Dann kannst du wieder mit den Tape Bändern arbeiten und die Stossbereiche sauber auslaminieren. Erst dann können die grossen Matten verlegt werden.
Sobald dies getan ist, beginnst du wieder mit dem Einnbau der Längs- und Querspanten. Dabei musst du aber zuerst die Querspanten entsprechend fertig zuschneiden. Es ist westentlich einfacher diesen Zuschnitt ausserhalb des Bootes durchzuführen, als ihn später nach dem Einbau.
Da sowohl in den Längs- als auch in den Querspanten die Schlitze/Kerben vorhanden sind, ist der Einbau nahezu selbstjustierend. Du musst dich nur an der Spielgelpaltte im Heck richten. Es kann jetzt nur sein, dass die Spannten etwas klemmen, dies kommt daher, dass im Innenbereich entsprechende Schichten aufgebracht wurden.
Mit dem Einbau der Spannten, müssen diese wieder zuerst mit den Kontaktflächen verklebt und anschliessend getaped werden. Beachte dabei die Anweisungen in den Plänen.
6. Einbauten
Vor dem Einbau der Sohle (Fußboden) müssen noch die Kraftstofftanks, die Verrohrungen und andere Teile im Zwischenboden eingebaut werden.
Ab diesem Bereich kann das Boot nun nach deinen Beürfnissen ausgebaut werden.