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Professner, Sportboot im Eigenbau - Planung - Konstruktion
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Bauweise

1. Bauanleitung

Der Grund für den Erbau meines Bootes war, dass mein zur Verfügung stehender Liegeplatz auf eine maximale Breite von 2,0 m begrenzt ist. Bei der Suche nach entsprechenden Bade- und Sportbooten, bin ich leider immer wieder über dieses Breitenmass gestolpert. Sobald ein Boot die Gesamtlänge von ca. 5,2 m ( 18') überschritt, war zugleich auch die Breite über den 2,0 Metern.

So entschloss ich mich auf Basis bereits vorhandener Pläne eines C19 von bateau ein eingenes Boot zu kreieren und zu bauen. Zuerst begann ich mit einfachen Skizzen auf Aquafix einen Entwurf zu finden, anschliessend bastelte ich mir ein Model im Masstab 1:15.

Nachdem die optimale Form gefunden war, startete ich mit der CAD Planung und Berechnung. Dabei studierte ich eine Vielzahl an vorhanden Software-Programmen, wobei schlussendlich ein einfaches CAD Programm ohne zusätzlichem "Schnick-Schnack" das Auslangen dafür fand. So verwendete ich meine Aquafixentwürfe, kaufte und studierte einige Bücher und Schritt für Schritt tastete ich mich an mein neues Boot heran.

Diese Bauinformation ist keine Kursanleitung zum Bau eines Bootes.
Ich empfehle daher jedem, der es in betracht zieht selbst ein Boot zu bauen, sich nachfolgende Fachbücher zu organisieren:

  • Devlins´s Boat Building
  • Boat Building with Plywood by Glen-L
  • Steward´s Boat Building Manual
  • The Gougeon Brothers on Boat Building

Diese Bücher sind eine gute Grundlage für den allgemeinen Bootsbau. Die Methode, nach der ich mein Boot gebaut habe, ist im Wesentlichen in Devlin's Boat Building erklärt. Sollte es Abweichungen zu meinen Angaben in der Beschreibung wie auch auf den Plänen geben, so bitte ich meine anzuwenden.

Der Umgang mit Epoxidharz und Glasfaser wird zwar nicht Grundsätzlich vorausgesetzt, sollte jedoch genau studiert und an kleinen Mustern ausprobiert werden. Weiters bedarf es der allgemeinen Fähigkeit, Pläne zu lesen und umzusetzen.

Bevor wir mit dem Bau des Bootes beginnen können, benötigt man einen Rahmen, auf dem das Boot dann mit der Unterwasserseite nach oben zusammengefügt wird. Sowohl der Ablauf als auch die Konstruktion sind reine Empfehlungen und können selbstverständlich nach eigenen Wünschen geändert werden.

2. Bau des Montagegestells

Dabei empfehle ich eine Breite von mindestens 60 cm, jedoch nicht breiter als 90 cm. Die Länge sollte etwa 5,5 m betragen. Dabei eignen sich Kanthölzer oder KVH (Konstruktions-Voll-Holz) mit den Abmessungen von 50 x 200 bzw. 60 x 200 mm. Die Festigkeit sollte dabei mindestens S10 nach DIN 4074-1 entsprechgen.

Für die Knaggen sind 50 x 80 bzw. 50 x 100 mm ausreichend. Im Plan mit der Bezeichnung "Structure - Bulkheads" sind die einzelnen Querspanten dargestellt. Schneide die Aussenkonturen jeder Spante zu und zweichne bereits auf der jeweigen Platte die Höhe der Unterkante des Fussbodens und die Mittelachse ein. Selbstverständlich kannst du bereits alle Details darauf einzeichnen, jedoch macht es zu diesem Zeitpunkt noch wenig Sinn. Später sind diese Linien dann sehr schnell aufgerissen. Schneide anschliessend die Schlitze für die Längsspanten heraus. Verwende dazu aber eine Stich- oder Kreissäge. Die inneren Ausbrüche sollten auf keinen Fall herausgeschnitten werden, da diese später beim Wenden des Bootes die notwendige Stbilität gewährleisten.

Zwar wäre es beim Bau manchmal angenehm, wenn diese bereits herausgeschnitten wären, da dadurch der Zugang unterhalb des Bootes wesentlich einfacher wäre, jedoch ist dies sehr selten notwendig. Zudem sollte das Boot beim Bau absolut symmetrisch bleiben, weshalb diese erst nach dem Wenden des Bootes herausgeschnitten werden sollten.

Schneide die Längsspanten und den Spiegel anhand der Pläne "Structure – Stringers & Transom” zu. Ich empfehle dabei bereits jetzt schon die Motorwanne auszusparren und das Brett für die spätere Motorhalterung einzubauen. Grund dafür ist, dass der Spiegel später nicht mehr entfernt werden kann.

Beachte bei den Längsspanten im Spiegelbereich, dass das "Knie" eine statisch tragende Funktion hat und somit ein fixer Teil darstellt. Es muss daher aus einem Stück zusmammen mit den Längsspanten herausgeschnitten werden.

Jede Längsspante besteht aus zwei Lagen Sperrholz. Theoretisch müsste der innenliegende Teil der Spante ein wenig höher sein, als jener von der Kielseite abgewandte. Jedoch ist dieser Unterschied sehr gering. Er beträgt bei diesem Bootstyp zwischen 1 mm am Heck bis max. 4 mm im Bugbereich. Nachdem die Längsspanten nach dem Aufbringen der Glasfaser an der Innenseite des Rumpfes sowieso leicht angepasst werden müssen, empfehle ich daher die beiden Spanten exakt gleich zu machen.

Montiere den Rahmen entsprechend meinen Planvorgaben. Die Bugschablone ist optional, jedoch empfehlenswert. Verwende dazu eine Abfallplatte, da diese später sowieso nicht mehr benötigt wird.

3. Beplankung

Sobald der Rahmen fertig aufgebaut ist, beginne mit dem Zuschnitt der Panele für die Seitenteile und des Unterwasserbereiches.

Die Teile sind so berechnet, dass sie sich im Kielbereich treffen, aber nicht überlagern. Mit anderen Worten, die Panele berühren sich normalerweise nicht gegenseitig. Im Bugbereich kann es bei Verwendung der Bugschablone vorkommen, dass ein Saplt von ca. 10 mm offen bleibt. Dies spielt jedoch keine Rolle, da dieser Bereich später mit Glasfaser überzogen und Schlussendlich sowieso noch sauber gerundet wird..

Alle noch aufgebauten Teile, wie Spritzwasserschürzen und Abrisskanten sind auf einer separaten Zeichnung dargestellt. Diese werden aber erst auch in einem späteren Arbeitsgang montiert. Bezüglich deren Ausführung und Länge kann jeder seine individuellen Wünsche gerecht werden.

Die Stärke für die Decks- und Fussbodneplatten beträgt mindestens 9 mm. Dabei empfehle ich die Verwendung von hochwertigem Marine Sperrholz aus Maranti oder Okume. Wenn du jedoch günstigere Platten aus Fichten- oder Douglasiensperrholz verwendest, welches grundsätzlich aus weniger Lagen besteht, so verwende dazu mindestens eine Stärke von 12 mm..

4. Fiberglass

Bitte verändere dabei nicht meine Vorgaben. Das Boot ist sehr stabil und steif dimensioniert, da darauf später auch eine entsprechende Motorisierung (max. 150 PS bzw. 110 kW) vorgesehen ist.

Hier ist eine Aufzählung der zu verwendeden Glasfsermatten:

  • Biaxiales Band (ca. 15 cm breit)
  • Kiel: 2 Lagen innen, 2 Lagen aussen
  • Bug und Heck : jeweils 2 Lagen innen und aussen
  • Spannten zum Rumpf: 2 Lgen an beiden Seiten
  • Querspanten: 1 Lage an beiden Seiten

Beachte, dass die Glasfasermatten sich an sämtlichen Stossbereichen überlappen. Dies führt dazu, dass z.B. am Kiel 9 Lagen übereinander liegen. Im Kimmbereich sind es 7 Lagen!

Versuche einen Glasfasergehalt von 50% zu erreichen. Verwende dazu Gummiwalzen, um das Epoxidharz zu verteilen und arbeite nach Möglichkeit "Nass in Nass". Ansonsten wird das Boot viel schwerer als übsprünglich geplant ohne dabei an zusätzlicher Festigkeit zu gewinnen

  • Biaxiale Matten (ca. 100 cm breit):
  • Unterwasserbereich: : 1 Lage innen und aussen
  • Seitlich: 1 Lage innen und aussen

 

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